KI im grafischen Bereich – wirklich intelligent?

Unintelligent wäre es auf jeden Fall, die Möglichkeiten, die uns die KI heute in der Grafik bietet, nicht zu nutzen. Allerdings nicht als Allzweckwaffe, die anstelle des Designers ein Logo, eine Website oder einen kompletten Auftritt auf Knopfdruck perfekt generiert, sondern eher als Hilfsmittel und Inspirationsquelle. Aber nicht als billiger Ersatz für qualitativ hochwertiges Grafik Design. Das funktioniert nicht – zumindest noch nicht. Warum das so ist, möchte ich in den folgenden Abschnitten darstellen. 

KI-Tool als Logo Generator.

Ja, man kann mit den entsprechenden KI-Tools ein Logo für eine Marke generieren. Aber der Mensch kann es besser. Er braucht jedoch Anregungen. Und als Inspirationsquelle sind die vielen Vorschläge, die z.B. Canva, myfreelogomaker, namecheap oder Adobe Express ausspucken, durchaus hilfreich. Die KI-Ergebnisse sind jedoch niemals in der Form, wie sie generiert werden, als perfekte Lösung akzeptabel. Warum nicht? Weil jedes Logo immer ein individuelles „fine tuning“ durchlaufen muss. Das macht kein KI-Tool – das macht nur der Designer. Zumindest – wie bereits oben erwähnt – noch nicht. Da müssen Abstände optisch korrigiert, negative und positive Spaces abgeglichen, Rundungen optimiert werden und vieles mehr. Weil beispielsweise ein kalligrafischer Schriftzug immer einzigartiger ist als ein künstlich generierter, denn er ist nicht unique, den gibts so ähnlich noch weitere zigtausend mal. Weil individuelle Buchstaben nicht in Datenbanken enthalten sind, denn es gibt sie noch nicht. Und Typo Modifikationen habe ich noch nicht finden können. Weil Bildzeichen aus vorhandenen Icons oder Vektoren generiert werden und nicht frei. Machen Sie mal den Test und lassen sich ein Bildzeichen für den Begriff Apfel generieren. Das Apple Logo kommt da nicht raus. Dafür zig kitschige Illustrationen oder Icons. 

Ich möchte an dieser Stelle aber eines festhalten. Ein kleines Unternehmen, dass gerade startet und das noch wenig vorhandene Kapital zunächst einmal in die Optimierung seiner Produkte stecken möchte, ist sicher gut damit beraten, sich eines besseren KI-Tools zur Generierung eines Logos zu bedienen. Die Alternative wäre die Beauftragung eines professionellen Designers und das hat – wenn es was werden soll – natürlich seinen Preis. 

KI-Tool als Bild Generator.

In diesem Bereich gibt es tatsächlich beeindruckende Generatoren, wie beispielsweise Midjourney oder Dall-E, ganz gute wie Leonardo und grottenschlechte, die sich dann zurecht auch mehr in halbseidenen Sphären tummeln, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte. 

Generell muß man jedoch sagen, dass es auch bei den Top Generatoren einiges an Zeit benötigt und vor allem detaillierte Erfahrung im Schreiben von englischen Prompts, bis man zu dem Ergebnis kommt, dass man von Anfang an tatsächlich wollte. Sollten Sie jetzt mit dem Gedanken spielen, unglaublich coole KI- Bilder generieren zu wollen, um damit Geld zu verdienen. Vergessen Sie es. Da sind sie leider zu spät, denn andere haben sich schon vor Monaten auf das Thema gestürzt und sind mittlerweile wirklich fit im Prompts Schreiben. Das muss man nämlich lernen und das bedeutet, dass Sie Zeit investieren müssen – unbezahlte Zeit. Wenn Sie jetzt damit beginnen, starten Sie ein 400 m Rennen, bei denen die anderen schon auf der letzten Zielgeraden sind. Das Bild oben habe ich übrigens mit Midjourney generiert und es hat ca. eine Stunde gedauert, bis ich zu dem Ergebnis gekommen bin. Für die Zeit ist es, objektiv betrachtet, schon ziemlich gut – wobei ich in den letzten Monaten einiges an Zeit darin investiert habe, um zu lernen, wie man Prompts schreibt. Wenn man nun gegenüberstellt, wie lange eine Illustration bzw. eine echtes Fotoshootings gedauert hätte und wie teuer das Bild inkl. Modellhonorar, etc. geworden wäre, bleibt wenig Spielraum für kritische Anmerkungen. Ganz zu schweigen davon, dass man dieses Bild sicher in keinem Bildarchiv finden wird. Mit anderen Worten: Die guten Bild Generatoren können was. Sogar viel. Zumindest wenn es um die Erstellung von beeindruckenden Layoutbildern zur Darstellung von Kampagnenideen geht.

Aber – echte Fotos sehen immer noch ein bisschen echter aus. Außerdem: Als Art Director haben Sie ein Bild im Kopf, dass Sie für eine Kampagne genau so fotografiert haben möchten. Der Fotograf und das Model folgen exakt Ihren Anweisungen. Die KI tut das nicht. Sie generiert ein guten Bild, ohne Frage, aber wird nicht zu 100 % dem entsprechen, was Sie sich vorgestellt haben. Damit müssen Sie leben. Aber, seien wir ehrlich, wenn es nur um die Darstellung eines lachenden jungen Paares auf einem Sofa geht, das auf Seite 28 in einer Broschüre auftaucht, passt das sicher. Als günstiger Ersatz statt eines aufwendigen Shootings mit einem Supermodell zur Einführung eines neuen Autos, wohl eher nicht.

Bei der Erstellung von Illustrationen sieht die Sache etwas anders aus. Denn die Ergebnisse sind großartig. Annähernd jeder Malstil kann nachempfunden werden. Wirklich beeindruckend. Vielleicht gibt es ja in Zukunft wieder mehr Kampagnen mit Illustrationen. Wäre ja auch nett.

KI-Tool als Website Generator.

Klingt erst mal toll. Und ist es ehrlich gesagt auch, wenn man auf die Schnelle eine Website will. Will man mehr, kommt man über eine individuelle Befüllung nicht herum. Und damit sind auch die Grenzen beschrieben. 

Jedoch: So weit ist z.B. WordPress von dem, was da an Neuem angekündigt wird, nicht entfernt. Da gibt es seit ewig und drei Tagen Pagebuilder wie Divi oder Elementor mit vielen Themes und noch mehr Templates. Auch richtig gute. Und wenn man sich eines Themes und Templates bedient, kann man eine komplette Website in ein paar Stunden fix und fertig bauen. Individuellen Content braucht man hier natürlich auch. Leider auch Plugins, die kontinuierlich aktualisiert werden sollten, damit es keine Sicherheitslücken gibt. Was aber eigentlich auch nur ein minimaler Aufwand ist – also nicht wirklich ins Gewicht fällt, wenn man mehr als nur eine schnelle KI-Website haben möchte. 

KI-Tool als Layout Generator.

Stellen Sie sich vor, Sie machen eine Skizze von einem Kampagnenmotiv, scannen es ein und … Zack … spielt Ihnen ein Layoutprogramm exakt passende Vorschläge im richtigen Format aus. Gibt es noch nicht? Na ja, Adobe z.B. steht kurz davor. Das Programm nennt sich Adobe Sensei und funktioniert genau so wie gerade beschrieben. Das wäre dann das professionelle KI-Layout-Tool für den professionellen Grafik Designer. Der kann dann noch Bilder mit Photoshop optimieren, um dem Ergebnis den individuellen Perfektionsschliff zu geben. Z.B. Hintergründe mit einem Klick tauschen, die von der KI erkannt werden tauschen. Das Geniale: Der gesamte Vordergrund wird der Hintergrundstimmung angepasst. Das hat natürlich nichts mit im Netz beworbenen Layoutprogrammen wie Designs.ai, etc. zu tun, die im Grunde nur Mengen an Templates aufrufen, die dann gefüllt werden müssen. Denn das sind allesamt nur simple Online-Layoutprogramme – keine echte KI. Die Fleißarbeit muß man ja immer noch selbst machen. 

Auch im Bereich Corporate Design wird sich einiges tun. CD-Manuals, werden in Kürze per eingebeten Style Sheets erstellt und kommende Entwicklungen automatisch – nämlich KI generiert – auf Basis dieser im Manual festgelegten Richtlinien erstellt. Das erleichtert dann die Arbeit ungemein. Um das wissen, was man tut und worauf es beim Entwerfen einen Corporate Designs ankommt, wird man dennoch nicht herumkommen. Das macht auch die perfekteste KI nicht. Die dekliniert nur durch oder führt Befehle aus. Mit einem sehr hohen Perfektionsgrad. Ohne Zweifel.

 

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